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Die Dorfbauorganisation V.R.O. (Village Recon-struction Organisation) wurde
1969 von dem belgischen Jesuitenpater Michael Windey SJ gegründet.
Der ehemalige Professor für Soziologie an der Universität Ranchi beschloß
nach einem besonders verheerenden Taifun an der Ostküste Indiens,
sich dem Wiederaufbau der zerstörten Dörfer zu widmen.
In den vergangenen 30 Jahren hat die V.R.O. den Bau von über 500 Dörfern
und zahlreichen Kindergärten, Volksschulen, und Ausbildungsstätten
für verschiedene Handwerke in sechs indischen Bundesstaaten ermöglicht,
die sich ständig weiter entwickeln.
Die V.R.O. ist eine Selbsthilfe-Organisation, die von P. Windey auf die
indischen Verhältnisse angepaßt wurde und von ca. 400 indischen
Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen getragen wird.
Die V.R.O. wird vom indischen Staat unterstützt.
Die V.R.O. verfolgt keine missionarischen Ziele.
Ihre Struktur ist eng mit dem Gedankengut Mahatma Gandhis verbunden.
Hierrealisiert sich das Wort Gandhis: "Dorfbau heißt eine Nation bauen."
Der Initiator P. Windey formuliert es so: "Wir wollen nicht nur Dämme und Mauern aus
Stein gegen neue Fluten und Taifune errichten, sondern Mauern aus lebendigen
Gemeinschaften, die allen kommenden Stürmen von außen und von innen gewachsen sind.
Der Bauplatz ist die große Schule für ein Dorf".
Das Kastendenken muß dem Gemeinschaftsdenken weichen.
Alle Religionen müssen zusammenarbeiten im Dienst gegen die Armut.
Die Aktivitäten der V.R.O. besteht zunächst darin, Dorfgemeinschaften beim Bau bzw.
Wiederaufbau ihres Dorfes zu beraten, anzuleiten und finanziell zu unterstützen.
Das Dorfprogramm geht aber dann über die Bauzeit hinaus. Es entstehen:
Kindergärten und Schulen; Initiativen für Gesundheitsfürsorge, Aufforstung und
landwirtschaftliche Nutzung und alternative Energiequellen.
Notwendig ist auch der Rechtsbeistand der Unterdrückten.
Wenn ein Dorf die Hilfe der V.R.O. beantragt, muss es zunächst unter Beweis stellen,
dass seine Bewohner bereit und in der Lage sind, auf Dauer über Religions- und
Kastengrenzen hinweg zusammenzuarbeiten. Während der Testphase, die zum Teil
Jahre dauert, müssen sie z.B. ein Stück Straße oder einen Brunnen bauen,
einen Dorfrat wählen oder auch einer benachbarten Dorfgemeinde bei einem Projekt,
einer gemeinschaftlichen Arbeit helfen.
Beim Bau "ihres" Dorfes sind dann alle Familien zur Mitarbeit verpflichtet,
wobei genau Buch geführt wird. Die Dorfbewohner bauen dabei nicht ihr eigenes
Haus, sondern sie bauen "ihr Dorf".
Erst wenn alle Häuser fertiggestellt sind, werden sie verteilt.
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